Ja?  – Ja!
Nach intensiven Diskussionen über die Satzung, wollen wir nun „Nägel mit Köpfen machen“. Dazu gibt es eine Terminumfrage (da müssten noch ein paar mehr Anmeldungen kommen!).
Wo gegründet wird ist übrigens unabhängig vom späteren Sitz des Vereins.

Was ist der Zweck des Vereins?
Im Pad des Satzungsentwurfs gibt es zwei Vorschläge zur Formulierung und einen schönen Text hat Michael Paetau noch dazu geschrieben:

„Der Verein orientiert seine Arbeit an den politischen Grundwerten einer freien Wissensgesellschaft, die den Prinzipien informationeller Selbstbestimmung und eines freien, voraussetzungslosen Zugangs zum gesellschaftlichen Wissen verpflichtet ist. Das impliziert die Ablehnung jeder Art von Bestrebungen, den Umgang mit Wissen an monetäre Interessen zu binden. Stattdessen dient uns das Gemeinwohl als handlungsleitende Richtschnur für alle diesbezüglichen politischen Gestaltungsentwürfe.

Weiterhin tritt der Verein für den transparenten Umgang mit staatlichen Daten ein. Die Potenziale der modernen Informations- und Kommunikationstechnologien machen es möglich, allen Bürgern die Einsicht in Dokumente, Verträge und strategische Planungen, die ihr Leben beeinflussen werden, zu ermöglichen.

Gleichzeitig richtet der Verein einen kritischen Blick auf alle Bestrebungen, im Zuge der gegenwärtigen Veränderungen der gesellschaftlichen Kommunikationsverhältnisse die bürgerliche Freiheitsrechte einzuschränken, beispielsweise durch Verstärkung staatlicher Überwachungs- oder privater Kontrollbestrebungen.

Ein weiterer Punkt der Aktivitäten des Vereins wird die Entwicklung, Erprobung und Evaluation neuer Formen direkter demokratischer Formen von Einwirkungsmöglichkeiten der Bürger, auch wenn sie nicht in politischen Parteien organisiert sind, auf das politische Geschehen sein („Liquid Democracy“).“

Da müssen wir noch etwas arbeiten, formulieren, straffen, vereinfachen ….

Nächster Mumble-Termin: 26.02.2013, 19:30 Uhr

In der letzten Mumble-Sitzung (6.2.2013) haben wir einige Punkte der Satzung weiter diskutiert. Hier im Pad kann der aktuelle Stand nachverfolgt werden: http://piratenpad.de/p/AKRoadmap_Satzungsentwurf20130124_public

  • Könnte der Verwaltungsrat zu viel Einfluss auf den Verein und dessen Vorstand nehmen?
  • Neue Formulierung für §2 Zweck finden (piratiger)
  • Wann ist die Mitgliederversammlung beschlussfähig?
  • Rechenschaftsberichte und Prüfung wurden überarbeitet

Der reguläre Termin der nächsten Sitzung wäre der 16., aber auf allgemeinen Wunsch aller Anwesenden wurde der Termin vorgezogen auf den 15.2.2013, 19:30 Uhr.

Es wird Zeit, sich neben den Formalismen zum Gründungsakt, Gedanken zu Inhalten und Veranstaltungsformaten zu machen.

Dazu geben die zwei Angebote, bei denen ich teilnehme bzw. teilgenommen habe, gute Anregungen:

Workshop „Verfassungsrecht und Verfassungsgeschichte“

Gestern hat Bernd Hoppe einen ganztägigen Workshop in Bad Homburg zu diesem Thema durchgeführt. Er hat uns gekonnt zur Mitarbeit angeregt und auch die Diskussion im Griff gehalten (und das bei Piraten). Dieses Thema ist aber nicht nur für Piraten interessant sondern für alle Mitbürger. Hier können die Vereine auf Landes- und Bundesebene Gutes tun (und darüber berichten).
Bernd Fachinger hat den Workshop aufgezeichnet (Audio) und wird diese Aufzeichnung auch öffentlich bereitstellen.

Wer kennt MOOCs?

Ein MOOHappy PeopleC ist ein „Massiv Open Online Course“:
Massive = unbegrenzte Teilnehmerzahl (bei der Stanford University sollen 100.000 Studenten eingeschrieben sein).
Open = offen für jede Person, die mitmachen möchte, weitestgehend barrierefrei, nur unter Verwendung von OER, sprich von Materialien, die unter CC-Lizenz stehen und heruntergeladen, verändert und wieder neu verteilt werden dürfen
Online = sicher bekannt  🙂
Course = ein Kurs ist ein Bildungsangebot mit einem festen Start- und Endtermin, mit einem Thema, mit vorstrukturierten Inhalten.

Es entwickeln sich derzeit verschiedene Formate von MOOCs. Die 2 wesentlichen sind xMOOCs und cMOOCs. Erstere werden hauptsächlich von Unis und Hochschulen angeboten. Sie haben einen sehr starren Lehrplan hat und es wird wenig Wert auf die Kommunikation und Kollaboration zwischen den Lernenden gelegt.
Bei cMOOCs stehen Kommunikation, Zusammenarbeit und das gemeinsame Lernen und Reflektieren im Vordergrund.

Letzteres ist sicher ein Format, das den Piraten sehr entgegenkommt.
Wer sich weiter darüber informieren möchte findet hier eine Zusammenstellung http://www.scoop.it/t/was-ist-1-mooc.
Aktuell läuft ein deutschsprachiger MOOC für angehende MOOC-Organisatoren. Einfach mal die Seite http://howtomooc.org aufrufen und sich verwirren lassen.

Mit Beginn des neuen Jahres wollen wir unsere Anstrengungen zur Gründung eines gemeinnützigen Vereins intensivieren, der später einmal als so genannte parteinahe Stiftung der Piraten firmieren soll. Bei dem Treffen Mitte Oktober 2012 in Frankfurt und den folgenden Mumble-Sitzungen wurden viele Satzungsfragen (Basis: Satzungsentwurf „Gedankenmanufaktur“) diskutiert. Eine wichtige Frage bei der Vereinsgründung ist, wird die Mitgliederzahl begrenzt oder nicht.

Die Mitglieder eines Vereins (= die Mitgliederversammlung) sind das wichtigste Organ, sie bestimmen letztendlich die Richtung und die Arbeit des Vereins. Es gibt Vereine, die sehr offen sind und jede Person als Mitglied annehmen und es gibt andere, die sehr restriktiv arbeiten und bereits in der Satzung eine maximale Mitgliederzahl festgeschrieben haben.

Eine begrenzte Mitgliederzahl und ein Auswahlverfahren bei der Aufnahme neuer Mitglieder ist bei der Piratenpartei eigentlich unvorstellbar, aber es wurden dennoch die Pro- und Contra-Argumente diskutiert.

  • Bei sehr vielen Mitgliedern entstehen hohe Kosten für Durchführung der Mitgliederversammlungen.
  • Wenn es keine Beschränkung bei der Aufnahme gibt, könnten sich Gruppen bilden, die einseitig die Mitgliederversammlung beeinflussen (feindliche Übernahme).
  • Es könnten Personen beitreten, die nur das Ziel haben, dem Verein und dessen Zielen zu schaden.
  • Eine hohe Mitgliederzahl garantiert nicht, dass auch viele  aktiv mitarbeiten.

Eine unbegrenzte Mitgliederzahl bietet stattdessen

  • Vielfalt von Ideen und Aktiven

Um dieses Potential der Vielfalt möglichst Vieler nutzen zu können und dem basisdemokratischen Anspruch der Piraten gerecht zu werden, soll der Verein eine offene Mitggliedschaft bieten.

Die Mitgliederversammlung und damit die Mitglieder selbst, bestimmen, wer in den Verein aufgenommen wird oder nicht.

Damit der Verein dennoch nicht durch eine Gruppe in der Mitglieder „gekapert“ werden kann, ist der Verwaltungsrat eine wichtige Instanz. Dieser macht Vorschläge für die Besetzung des Vorstandes, und die Mitgliederversammlung wählt daraus die Personen (Vorstand, Stellvertreter, Schatzmeister …) (Details  und im Flyer (PDF) .

Der zu gründende Verein wird offen sein für alle Interessierten, ob Piraten oder Freibeuter. Damit auch wirklich nur thematisch Interessierte Mitglieder werden, wird ein kleiner Mitgliedsbeitrag erhoben (Höhe steht noch nicht fest).

Wir treffen und wieder am Dienstag 8.Januar 19:30 Uhr pünktlich, Mumble NRW, Raum Thüringen – Piratenwerk LV TH eV

Schwerpunkthema: Personelles: Wer will aktiv (sehr aktiv!) mitarbeiten und Pflichten übernehmen.

Für alle, die nicht dabei waren:

Das Projekt wurde vorgestellt und hat nun Rückenwind.
Wir haben nahezu 1000 Flyer verteilt und in zahlreichen Gespräche für die Sache geworben, Michael Paetau und Jens Seipenbusch haben ein Interview auf piratorama.de gemacht (noch nicht online).

Martin Schön hat das Thema vor den Bundesparteitag gebracht und um ein Meinungsbildung zu einer parteinahen Stiftung gefragt, das überwiegend positiv ausfiel.
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Nächster Mumble-Termin: 11.12.2012, 19:30 Uhr – Details siehe Mailingliste ag-parteistiftung@listen.piraten-bildungswerk.de

(Original-Artikel erschienen in der Flaschenpost am 25.10.2012)

Am 13. und 14. Oktober fand in Frankfurt am Main ein Treffen von ca. 50 Piraten zum Thema »Parteinahe Stiftung für die Piratenpartei Deutschland« statt. An den beiden Tagen wurden die Überlegungen und Argumente, die in den letzten zweieinhalb Jahren ausgetauscht worden sind, zusammengefasst, vorgetragen und diskutiert. Im Vorfeld hatten sich einige Piraten auch ablehnend zu diesem Vorhaben geäußert. Das hauptsächliche Gegenargument war dabei, dass die Rechtmäßigkeit umstritten sei und von Gegnern als verdeckte Parteienfinanzierung betrachtet wird.

Piraten beim Stiftungstreffen Frankfurt/Main

Piraten beim Stiftungstreffen Frankfurt/Main | CC BY-SA Peter Städter

Letztendlich sprachen sich die Anwesenden jedoch  – mit einigen Enthaltungen – für die Beschluss-Empfehlung der Gründung einer parteinahen Stiftung, voraussichtlich in der Rechtsform eines gemeinnützigen Vereins, aus.

Auf Landesebene wurden bereits mehrere piratennahe Bildungswerke gegründet und sind zum Teil schon aktiv. Sie werden weiter bestehen und ihre Aktivitäten fortsetzen. Die neue Stiftung soll als Dachverband und Vernetzungsstruktur dieser regionalen Vereinigungen dienen.

Der Verein soll ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke verfolgen, die im Sinne der Abgabenordnung steuerbegünstigt sind. Vorrangiger Gegenstand der Vereinsaktivitäten soll die gesellschaftliche und politische Bildungsarbeit im virtuellen und realen Raum sein. Der Verein wird im In- und Ausland zur Förderung der demokratischen Willensbildung tätig.

Die Ziele sollen sein:

  • Unterstützung und Förderung der digitalen Medien zur Kommunikation
  • Arbeit und Bildung sowie Forschung in diesen Bereichen
  • Förderung von Wissenschaft, Forschung, Entwicklungszusammenarbeit, Kunst und Kultur
  • Erstellung von Studien und Gutachten
  • Durchführung von Exkursionen, Projekten, Vorträgen, Seminaren und Kongressen
  • Zusammenarbeit mit anderen Organisationen
  • Mittelbereitstellung und Unterstützung
  • Förderung der internationalen und insbesondere der europäischen Integration durch Kooperation, Begegnung und Aufklärung